Sommertörn 2026: Die Lankenau wartet im Limfjord

In diesem Jahr wollen wir den Limfjord und die schwedischen Schären entdecken. Deshalb haben wir die Lankenau Mitte Juli voraus in den Limfjord gebracht. Von dort aus geht es über Ålborg, Læsø und Göteborg in die Schären und später zurück durch die Ostsee und den Nord-Ostsee-Kanal nach Varel.

So können Kirstin und ich den vierwöchigen Törn direkt in Dänemark beginnen, ohne die lange Nordsee-Passage am Anfang.

Am 13. Juli 2026 haben wir in Varel abgelegt. An Bord waren außer mir Andreas und Cord-Jochen. Beide haben bereits mehrfach die Nordseewoche mitgesegelt (Helgoland–Edinburgh bzw. Rund Skagen) und bringen entsprechend Erfahrung mit. Kirstin war bei der Überführung nicht dabei.

Kurz nach dem Auslaufen kam querab Horumersiel die Wasserschutzpolizei bei ordentlich Wind und Welle längsseits. Wie schon im vergangenen Jahr handelte es sich um eine Routinekontrolle. Diesmal wollte man nicht nur sehen, dass die Seekarten vom aktuellen Jahr bzw. berichtigt sind, sondern auch die vorhandenen Berichtigungen zum laufenden Jahr. Außerdem wurden SSS, SRC und die Zulassungsurkunde der Seefunkanlage geprüft. Bei uns war alles in Ordnung. Die Kontrollen scheinen offenbar zur Regel zu werden, wie aus unserem Verein und anderen Quellen zu hören ist.

Die erste Phase aus der Jade heraus war geprägt von einem Amwindkurs mit zahlreichen Wenden, der sich mehr oder weniger auf dem gesamten Überführungstörn fortsetzte. In den beiden Nächten haben wir uns von 20 Uhr bis 8 Uhr im Zwei-Stunden-Rhythmus abgewechselt: immer zwei Mann im Cockpit, einer zwei Stunden am Steuerrad, der andere in Bereitschaft, danach zwei Stunden Schlaf. Der Rhythmus hat gut funktioniert.

Der Kurs führte uns östlich an Helgoland vorbei. Aufgrund des Wetterroutings von PredictWind schien ein größerer Abstand zum Festland angebracht, was auch aufgrund der mittlerweile zahlreichen Windparks von Vorteil war.

Abendlicher Blick auf Helgoland
Feiner Amwindkurs am Morgen auf der Nordsee

Zum Beginn des dritten Tages stellte sich dichter Seenebel ein. Da auch der Wind unter 5 kn fiel, setzten wir unsere Fahrt unter Radar und Motor fort. Erst im Spätvormittag schaffte die Sonne den Durchbruch durch den Nebel. Die zum Teil in den niedrigen Wolken verschwindenden Rotoren der Windmühlen boten einen mystischen Anblick.

Windfarm im Nebel

Mit dem abflauenden Nebel kam auch der Wind aus Westnordwest zurück. Nach dem Setzen der Segel und Abschalten der Maschine kam es zu einem Totalausfall der Bordelektrik. Sobald Verbraucher Last erzeugten, fiel die Spannung stark ab. Da wir die Positionen geloggt haben, stellten wir um auf Papier-Seekarten. Mit Cord-Jochen am Ruder kümmerten sich Andreas und ich um die Analyse unter Hinzuziehung der Dokumentation der Bordelektrik. Es konnten keine Auffälligkeiten an Verkabelung und Batterien festgestellt werden. Letztendlich konnte nach mehrmaligem Ab- und Einschalten des Hauptschalters im Minus-Schenkel eine vorerst zuverlässige Stromversorgung hergestellt werden. Über die mittlerweile gelöste Problematik berichte ich in einem separaten Blogeintrag.

Im Spätnachmittag des 15. Juli näherten wir uns Thyborøn. Die Anfahrt kann bei starken westlichen Winden sehr anspruchsvoll sein, da es aus dem Limfjord heraus recht starken Strom geben kann. Die Einfahrt ist sehr weitläufig. Auf Querströmungen muss unbedingt geachtet werden. Gegen 20:00 Uhr gingen wir bei Gjellerodde am Nordende der Bucht von Lemvig vor Anker. Cord-Jochen setzte seiner hervorragenden kulinarischen Betreuung mit einem delikaten Abendessen einen krönenden Abschluss – bei Jever und einem guten Rosé.

Ankerstelle bei Gjellerodde mit Blick auf Thyborøn

Am nächsten Morgen verholten wir die Lankenau in die Marina Lemvig am Westufer der Bucht ca. 2 sm nördlich von Lemvig. Dort fand die Lankenau eine gute Bleibe in einer sehr gepflegten Marina. Sie verfügt über ausreichend freie Liegeplätze und sehr gute sanitäre Anlagen. Auch ein Boots- und Mastenkran ist vorhanden. Für die Liegezeit von 4 Wochen konnten wir sehr günstige Liegekosten von insgesamt 800 DKr aushandeln.

Aus dem Logbuch:

  • Gesamtdistanz 268,6 sm
  • davon 180,5 sm unter Segel, 88,1 sm unter Motor
  • Motorlaufzeit 19 Stunden
  • Höchstgeschwindigkeit 14 kn
Routing der Überführung von Varel nach Lemvig

Mitte August sind Kirstin und ich nun mit der Bahn über Hamburg, Kolding, Vejle und Holstebro nach Lemvig gereist. Damit beginnt der eigentliche Sommertörn 2026 direkt im Limfjord.

In den kommenden Wochen wollen wir euch regelmäßig mitnehmen – mit Berichten, Drohnenaufnahmen und unserem Live-Tracker.

Mehr folgt in den nächsten Tagen.