Venø: Stille, Morild und Nordlicht
Meeresleuchten
Aus des Meeres dunklen Tiefen
Stieg die Venus still empor,
Als die Nachtigallen riefen
In dem Hain, den sie erkor.
Und zum Spiegel, voll Verlangen,
Glätteten die Wogen sich,
Um ihr Bild noch aufzufangen,
Da sie selbst auf ewig wich.
Lächelnd gönnte sie dem feuchten
Element den letzten Blick,
Davon blieb dem Meer sein Leuchten
Bis auf diesen Tag zurück.
Christian Friedrich Hebbel (1813–1863)
Venø – Was für eine schöne Insel! Sie wird uns durch das von den Dänen als Morild bezeichnete Naturphänomen eindrücklich in Erinnerung bleiben. Wenn sich – wie bei uns – dazu das Nordlicht gesellt, ist es überwältigend schön.
Wir wurden zufällig auf das Phänomen aufmerksam, als wir Wasser über Bord ins Hafenbecken kippten und vom Feuer des Lichtes im Hafenwasser überrascht wurden. Es ließ sich durch Einspritzen kleiner Wassermengen aus einer Flasche beliebig reproduzieren.
Am Steinstrand, welcher wenige Schritte südlich des Hafens beginnt, wurde das Phänomen dann mystisch. In den brechenden Wellen entwickelte sich ein Feuer, während sich am Himmel hinter den Wolken das uns aus Lappland-Reisen bestens bekannte Nordlicht ausbreitete.







Die im südlichen Limfjord im Venø Sund gelegene Insel kann man gut und gerne als Geheimtipp bezeichnen. Uns hat sie mit dem Moment des Betretens in ihren Bann gezogen. Die landschaftliche Schönheit gepaart mit Ruhe und Stille suchen ihresgleichen. Die Insel gilt in Dänemark als einer der Hotspots für das Morild, was wir im Vorfeld zugegebenermaßen nicht wussten.
Es lohnt sich unbedingt, eine ausgiebige Inselrundwanderung zu machen, bei der man einer abwechslungsreichen Vegetation aus Heide, Wiesen, Wäldern und Auen begegnet.




Auffällig ist die große Fasanenpopulation auf der Insel. Neben vielen anderen Vogelarten, welche am Limfjord zuhause sind, laufen sie einem sprichwörtlich überall über den Weg.

Im Norden der Insel wird eine große Landwirtschaft betrieben. Der schöne Hof ist idyllisch gelegen. Auffällig ist die Anwendung einer Fruchtwechselwirtschaft, welche sich unter anderem auch in herrlichen Blumenwiesen zeigt. Die von uns dort erworbenen frischen Kartoffeln waren sehr schmackhaft.





Als Ausklang der Rundwanderung empfiehlt sich, im Venø Kro eine sehr gute Küche zu genießen. Wir hatten als Vorspeise Muscheln in Weißweinsoße bzw. Hummersuppe und Hauptgang Venø Bøf von Inselrindern. Es handelt sich um mariniertes, gegrilltes, in dünne Scheiben geschnittenes Fleisch der hiesigen Rinder, welches entweder traditionell mit einer Art Sauce Hollandaise oder mit Salzkartoffeln kanarischer Art mit grüner und roter Mojo serviert wird.


Ansteuerung
Wer nach Struer segelt, kommt unweigerlich an Venø vorbei. Der kleine Hafen Venø By ist mit einer in den Seekarten ausgewiesenen Fahrwassertiefe von 2,20 m eigentlich für die meisten Kielboote erreichbar, wobei die Wassertiefe im Fahrwasser laufend kontrolliert werden sollte.

Im Hafen selber ist im nordöstlichen Hauptbecken eine Tiefe von 2,40 m ausgewiesen. Mit größeren Yachten legt man hier längsseits an. In der Hauptsaison ist der Hafen allerdings gut besucht und dann wird es für größere Yachten mit Festkiel aufgrund von Größe und Tiefgang schwierig.

